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Gyula Pap

Gyula Pap (1899 bis 1983) war ein ungarischer Bauhaus-Schüler, Silberschmied und Designer. Sein bekanntester Entwurf ist die BST 23 Stehleuchte von 1923, heute bei Tecnolumen als Original in Serie produziert.

Faktenblock zu Gyula Pap

  • Geboren: 10. November 1899 in Orosháza, damals Österreich-Ungarn (heute Ungarn)
  • Gestorben: 24. September 1983 in Budapest
  • Nationalität: ungarisch
  • Ausbildung: Grafische Lehr- und Versuchsanstalt Wien (ab 1914), private Kunstschule Johannes Itten in Wien (um 1919), Silberschmied-Ausbildung an der Metallwerkstatt des Staatlichen Bauhauses Weimar (1920 bis 1923, Gesellenbrief von Walter Gropius am 6. April 1923)
  • Wirkungsstätten: Bauhaus Weimar (1920 bis 1923), Kunstschule Itten Berlin (1927 bis 1933), Hochschule für Bildende Kunst Budapest als Professor (1949 bis 1962)
  • Wichtige Kollaborationen: Bauhaus-Metallwerkstatt unter Johannes Itten und László Moholy-Nagy, spätere Serienfertigung seiner Stehleuchte durch Tecnolumen Bremen unter Mitwirkung Paps
  • Bekannteste Werke: BST 23 Bauhaus-Stehleuchte (1923, Haus Am Horn), Menora und Likörkanne (1922, Bauhaus Weimar), Samowar aus Alpaka und Glas (1923, Bauhausausstellung)
  • Rezeption: BST 23 abgebildet im Bauhausbuch Nr. 7 „Neue Arbeiten der Bauhauswerkstätten" (1925); aufgenommen in Josef Straßers Publikation „50 Bauhaus-Ikonen, die man kennen sollte" (Prestel, 2009). Keine öffentlich dokumentierten Preisverleihungen
  • Bei Smartambiente: 1 Produkt (Bauhaus BST 23 Stehleuchte) des Herstellers Tecnolumen verfügbar, Preisspanne im aktuellen Aktionszeitraum 1.691,50 €
  • Offizielle Werksdokumentation zur BST 23: tecnolumen.de/leuchten/bst-23
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Vom Wiener Grafiker zum Bauhaus-Silberschmied

Gyula Pap wurde am 10. November 1899 in Orosháza im damaligen Österreich-Ungarn geboren. 1912 zog er mit seinen Eltern nach Vösendorf und dann nach Wien, wo er ab 1914 die Grafische Lehr- und Versuchsanstalt sowie eine zinkografische Werkstatt besuchte. 1917 wurde er als Soldat an die italienische Front einberufen. Nach dem Krieg studierte er ein Jahr an der Kunstgewerbeschule in Budapest und emigrierte nach der Niederschlagung der Räterepublik zurück nach Österreich.

In Wien besuchte Pap die private Kunstschule von Johannes Itten, an der auch Naum Slutzky lehrte. 1920 folgte er Itten zur Silberschmiedausbildung an die Metallwerkstatt des Staatlichen Bauhauses in Weimar. Am 6. April 1923 legte er vor der Handwerkskammer Weimar die Gesellenprüfung ab und erhielt den Gesellenbrief von Walter Gropius. Die Ausbildung als Silberschmied prägte seine spätere Handschrift: präzise Materialbeherrschung, klare geometrische Formen und die Trennung von Handwerk und Funktion.

Zwischen Ittens Formlehre und Moholy-Nagys Zweckform

Am Bauhaus geriet Pap 1923 in die interne Auseinandersetzung um die zukünftige Ausrichtung der Schule auf die „industrielle Zweckform". László Moholy-Nagy übernahm damals als Formmeister die Metallwerkstatt, während Johannes Itten, dessen künstlerische Formlehre Pap noch aus Wien kannte, das Bauhaus verließ.

Für Pap bedeutete das eine doppelte Prägung: die spirituelle, elementarisch orientierte Farb- und Formlehre Ittens einerseits, die serienreife, funktionale Entwurfshaltung Moholy-Nagys andererseits. Diese Doppelperspektive lässt sich an seiner Stehleuchte von 1923 ablesen. Sie ist nicht dekoratives Objekt, sondern gebaute Antwort auf ein damals neu aufgekommenes Leuchtmittel, die kuppenverspiegelte Glühlampe. Die Bauhaus-Handschrift der Marke, die diese Entwürfe heute als Original produziert, finden Sie in unserer Tecnolumen Bauhaus-Kollektion.

Die Stehleuchte für das Haus Am Horn

1923 entwarf Pap in seinem letzten Studienjahr am Bauhaus eine Stehleuchte für das von Georg Muche geplante Versuchshaus „Am Horn" in Weimar, das heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Die Konstruktion ist knapp: eine schwarz lackierte Eisenplatte, ein dünnes vernickeltes Rohr, darüber eine mattgeätzte Glasscheibe.

Das Besondere ist die Lichtführung. Die kuppenverspiegelte Glühlampe steht sichtbar, wirft ihr Licht aber nach unten gegen die Glasscheibe, wo es aufgenommen und indirekt zurückgestrahlt wird. Die Glasscheibe scheint dadurch über dem Metallrohr zu schweben. 1925 wurde die Leuchte im Bauhausbuch Nr. 7 „Neue Arbeiten der Bauhauswerkstätten" als Beispiel funktionaler Gestaltung abgebildet. Das einzige damals gefertigte Exemplar stand im Haus Am Horn und gilt heute als verschollen. Pap gilt neben Carl Jakob Jucker und Wilhelm Wagenfeld auch als einer der Initiatoren der Bauhausleuchte, weil er als Erster mit Glasrohren experimentierte.

Neufertigung durch Tecnolumen als BST 23

Die industrielle Produktion der Stehleuchte erfolgte erst Jahrzehnte nach dem Entwurf, erstmalig durch die Bremer Leuchtenmanufaktur Tecnolumen und noch unter Mitwirkung Paps. Grundlage waren ein Foto der Originalleuchte aus dem Haus Am Horn sowie eine detaillierte Zeichnung Paps. Die Genehmigung erteilte das Bauhaus-Archiv Berlin.

Die BST 23 ist heute 168 cm hoch, hat einen Fußdurchmesser von 40 cm und einen Schirmdurchmesser von 37 cm. Materialien: schwarz lackiertes Eisen, vernickeltes Messing, ätzmattes Glas. Jede Leuchte wird fortlaufend nummeriert und trägt das Bauhaus- und Tecnolumen-Signet. Als offizieller Premium Partner führen wir die Marke im vollen Sortiment; die Verbindung zum weiteren Bauhaus-Erbe zeigt sich besonders im Vergleich mit der Wagenfeld-Leuchtenserie WA 24 und WG 24, die aus derselben Metallwerkstatt hervorging.

Weitere Werke, spätere Lehrtätigkeit und Rezeption

Neben der Stehleuchte entstanden am Bauhaus 1922 eine Menora, auch als sechsarmiger Leuchter ausgeführt, sowie eine Likörkanne. Für die Bauhausausstellung 1923 entwarf Pap zusätzlich einen Samowar aus Alpaka und Glas, der jedoch nicht zur Ausführung kam.

Nach seiner Rückkehr aus Weimar arbeitete Pap zwischen 1924 und 1927 als Lithograph in Klausenburg und Hermannstadt. 1927 holte ihn Itten an dessen private Kunstschule nach Berlin, wo Pap bis 1933 eine Malklasse und das Aktzeichnen leitete. Nach der Rückkehr nach Ungarn 1934 gründete er 1948 in Nagymaros die Malschule Nagy Balogh János nach Bauhaus-Prinzipien. Zwischen 1949 und 1962 lehrte er als Professor an der Hochschule für Bildende Kunst in Budapest.

Werke von Gyula Pap im Smartambiente-Sortiment

Bei Smartambiente in Wendelstein bei Nürnberg führen wir aktuell 1 Bauhaus-Klassiker von Gyula Pap: die BST 23 Bauhaus-Stehleuchte des Herstellers Tecnolumen. Sie ist die authentische Serienfertigung des Entwurfs von 1923 und wird bis heute in Bremen von Hand produziert.

Für Ihre Planung ordnet sich die BST 23 klar ein: 168 cm Standhöhe, indirekte Lichtführung nach unten, dadurch keine Blendung im Sitzbereich. Sie eignet sich für Wohnbereiche mit Lesezone, für ruhige Bürozimmer und für Repräsentationsflächen, in denen ein historisch belegter Bauhaus-Entwurf sichtbar sein soll. Wenn Sie die Leuchte im Kontext weiterer Bauhaus-Entwürfe planen, finden Sie ergänzende Tecnolumen Tischleuchten mit der gleichen Zeichensprache. Weitere Bauhaus- und Modern-Klassiker sind in unserer Designer-Übersicht mit den einzelnen Werksbiografien verlinkt.

Beratung zu der BST 23 Stehleuchte von Gyula Pap

Fragen zu Original versus Nachbau, zur Ersatzteilverfügbarkeit oder zur Nummerierung Ihrer Tecnolumen-Leuchte beantworten Ihnen Mehmet Sögütlü und das Smartambiente-Team persönlich. Sie erreichen uns telefonisch unter +49 911 944 33103 oder per E-Mail unter info@smartambiente.de. Als offizieller Premium Partner von Tecnolumen liefern wir Ihnen Originalware mit fortlaufender Bauhaus- und Tecnolumen-Signatur, versandkostenfrei innerhalb Deutschlands.

Häufige Fragen zu Gyula Pap

Gyula Pap (1899 bis 1983) war ein ungarischer Maler, Silberschmied, Designer und Pädagoge. Er zählt zu den Bauhaus-Schülern der ersten Generation und arbeitete zwischen 1920 und 1923 in der Metallwerkstatt am Staatlichen Bauhaus in Weimar unter Johannes Itten und László Moholy-Nagy.

Sein Werk verbindet die spirituelle Formlehre Johannes Ittens mit der zweckorientierten Gestaltungshaltung Moholy-Nagys. Konkret zeigt sich das an klarer Geometrie, sichtbarer Materialtrennung und einer Lichtführung, die aus dem Leuchtmittel selbst entwickelt ist, statt es zu verdecken.

Seine 1923 am Bauhaus in Weimar entworfene Stehleuchte für das Versuchshaus „Am Horn". Sie wurde 1925 im Bauhausbuch Nr. 7 als Beispiel funktionaler Gestaltung abgebildet und wird heute von Tecnolumen als BST 23 in Serie gefertigt.

Bei Smartambiente führen wir derzeit die BST 23 Bauhaus-Stehleuchte des Herstellers Tecnolumen. Sie ist die authentische Neufertigung des Entwurfs von 1923, wurde in Zusammenarbeit mit Gyula Pap produktionsreif gemacht und trägt eine fortlaufende Nummerierung sowie das Bauhaus- und Tecnolumen-Signet.

Das Original der Tecnolumen BST 23 wird in Bremen handwerklich gefertigt und ist einzeln nummeriert. Wenn Sie eine Herkunftsbestätigung oder Auskunft zur Nummerierung Ihrer Leuchte benötigen, klären wir das im Beratungsgespräch. Nachbauten ohne Bauhaus- und Tecnolumen-Signet haben weder die historische Rekonstruktionsgrundlage noch die dokumentierte Materialauswahl.

Pap gehört zur ersten Generation der Bauhaus-Silberschmiede und war an der frühen Entwicklung der Bauhausleuchte beteiligt, die später durch Carl Jakob Jucker und Wilhelm Wagenfeld weitergeführt wurde. Nach seiner Bauhaus-Zeit trug er die Bauhaus-Prinzipien über die Kunstschule Itten in Berlin und später über seine Malschule Nagy Balogh János sowie über seine Professur an der Hochschule für Bildende Kunst in Budapest weiter.