Smartambiente zu Besuch bei Interstuhl
Das Team von Smartambiente war 2 Tage bei Interstuhl in Meßstetten-Tieringen. Wir zeigen, was wir in Produktion, Interstuhl Arena und bei den Planungsdaten gesehen haben und wie das unsere Beratung schärft.
Zwei Tage bei Interstuhl auf der Schwäbischen Alb
Zum Auftakt saß das gesamte Smartambiente-Team gemeinsam in der Kantine am Interstuhl-Standort in Meßstetten-Tieringen. Interstuhl hatte uns für zwei Tage eingeladen, und aus diesem Rahmen wurde schnell mehr als ein Termin. Wir wollten das Unternehmen, die Produktion, die Produkte und die Menschen dahinter aus der Nähe kennenlernen. Genau das bot der Besuch am 10. und 11. März 2025.
Die Bürostühle von Interstuhl bieten wir bereits seit längerer Zeit im Shop an. Ein Katalog zeigt Maße und Bezüge, den Weg eines Stuhls durch die Fertigung zeigt er nicht. Vor Ort ließ sich beides verbinden. Wir vertieften unser Produktwissen und sammelten viele Eindrücke zu Herstellung, Produktlösungen und Unternehmen, die in eine Beratung sonst nur schwer einfließen.
Von der Dorfschmiede zum Familienunternehmen
1961 gründete Werner Link zusammen mit seinem Vater Wilhelm Link das Unternehmen und zwar aus der familieneigenen Dorfschmiede in Tieringen heraus. Das Schmiedehandwerk reichte in der Familie bis ins Jahr 1731 zurück. Als die Nachfrage nach dem Hufschmied nach dem Krieg zurückging, entstanden zuerst Untergestelle für Nähmaschinen. Den Markennamen Interstuhl trägt das Unternehmen seit 1967.
Diese Anfänge lernten wir in der Schmiede kennen, dem Ort, an dem Interstuhl seine Geschichte erzählt. Heute ist das Familienunternehmen mit rund 1.050 Mitarbeitenden einer der größten Arbeitgeber im Zollernalbkreis und führt neben Interstuhl auch die Marken Bimos für Industrie und Labor sowie Backforce für den Gaming-Bereich. Die Geschäfte führen Helmut und Joachim Link. Der Standort auf der Schwäbischen Alb ist geblieben.
Was OFML-Daten in der Büroplanung leisten
Ohne einheitlichen Datenstandard pflegt jeder Hersteller ein eigenes Format und eine Planung mit Tischen von einem und Stühlen von zwei anderen Anbietern wird zur Handarbeit. Mit OFML-Daten fällt dieser Bruch weg. OFML steht für Office Furniture Modeling Language und bündelt Geometrie, kaufmännische Angaben und Konfigurationslogik in einem Format, das der Industrieverband Büro und Arbeitswelt als offenen Standard pflegt.
Für die Büroberatung heißt das konkret: Räume lassen sich in Planungssoftware wie pCon herstellerübergreifend aufbauen, Angebote entstehen schneller und mit weniger Fehlern. Von der Bürostuhl-Auswahl bis zu höhenverstellbaren Schreibtischen entsteht so eine durchgängige Planung. Interstuhl gab uns dazu einen Überblick über die eigenen OFML-Daten und die Möglichkeiten, die daraus für Projektflächen entstehen.
Expertenmeinung von Smartambiente: Bei Projekten mit festem Einzugstermin fragen Kunden in der Beratung häufig zuerst nach der Lieferzeit. Für solche Fälle greifen wir auf das Interstuhl SPRINT Schnelllieferprogramm zurück, bei dem ausgewählte Modelle in Deutschland in etwa 5 bis 6 Tagen geliefert werden können. Der Unterschied zur freien Konfiguration ist klar: weniger Ausstattungsvarianten gegen eine deutlich besser planbare Lieferzeit. Bei einem Umbau mit 20 Arbeitsplätzen wiegt diese Planbarkeit oft schwerer als die letzte Bezugsvariante.
Der Rundgang durch die Interstuhl Arena
Durch ein umlaufendes Glasband fällt der Blick in der Interstuhl Arena auf die Schwäbische Alb. Der Showroom am Stammsitz gliedert sich über Farbwelten, Licht und Akustik in verschiedene Raumszenarien. Wir gingen von Zone zu Zone: ein fokussierter Einzelarbeitsplatz, eine offene Teamfläche, ein Besprechungsbereich und eine ruhige Rückzugszone.
An den Sitzplätzen ließen sich die Stühle direkt ausprobieren. Wir verstellten Sitzhöhe, Sitztiefe und Rückenlehne und verglichen, wie sich ein Netzrücken gegenüber einem Polsterrücken im längeren Sitzen anfühlt. Der Interstuhl Every mit seinem luftigen Netzrücken fühlte sich im Sitzen spürbar anders an als ein geschlossen gepolstertes Modell. Für den direkten Vergleich stand auch der Interstuhl Goal bereit.
Im Besprechungsbereich zeigten sich die Unterschiede zwischen Konferenzstühlen, die auf kurze Runden ausgelegt sind, und Modellen für lange Sitzungen. So ließ sich abschätzen, welches Modell zu welcher Nutzung passt.
Wie ein Interstuhl-Stuhl entsteht
- Im eigenen Stahlbau entstehen Gestelle und tragende Teile.
- In der Schweißerei werden diese Teile verbunden.
- In der Pulverbeschichtung erhalten die Oberflächen Schutz und Farbe.
- In Schäumerei, Näherei und Polsterei entstehen Schaum, Bezüge und Polster.
- In Vor- und Endmontage werden alle Komponenten zum fertigen Stuhl zusammengeführt.
Diese hohe Fertigungstiefe unter einem Dach, vom Stahlbau bis zur Polsterei, ist in der Branche selten. Vorab prüft die eigene Entwicklung mit Modellbau und Prüflabor jedes Konzept. Für uns wurde damit greifbar, warum ein Bürostuhl von Interstuhl in Konstruktion und Verarbeitung so ausfällt, wie er im Shop beschrieben ist.
New Work by Interstuhl und was wir für unsere Beratung mitnehmen
Ein häufiger Fehler bei der Büroplanung ist, zuerst Möbel zu bestellen und erst danach über die Nutzung nachzudenken. Unter dem Thema New Work drehte Interstuhl diese Reihenfolge um. Zuerst steht die Frage nach den Arbeitsweisen im Team, dann folgt die Zonierung in fokussierte Plätze, Teamflächen und Rückzugsräume, dann die Möblierung.
Zu diesem Ansatz gehören bei Interstuhl auch Werkzeuge wie das Zonierungskonzept Splaces und das Buchungstool Goconut für flexible Arbeitsplätze. Die Details dazu finden sich beim Hersteller unter interstuhl.com. Für unsere Beratung ist der Kern wichtiger als die Software: eine Büroeinrichtung wird belastbarer, wenn die Nutzung die Möbel bestimmt und nicht umgekehrt.
Nach dem Besuch beraten wir konkreter zur Sitzlösung. Bei langen Sitzzeiten am Schreibtisch achten wir stärker auf die Sitztiefenverstellung und auf die Wahl zwischen Netz- und Polsterrücken, weil wir die Konstruktion dahinter nun gesehen haben.
Expertenmeinung von Smartambiente: In der Beratung raten wir bei mehr als 6 Stunden täglicher Sitzzeit zu einer Sitztiefenverstellung, damit sich die Sitzfläche besser an die Körpergröße und Beinlänge anpassen lässt. Beim Interstuhl Every lässt sich die Sitztiefe um 60 mm verstellen. Ein Netzrücken wie bei der Every-Serie bietet eine höhere Luftdurchlässigkeit, während ein Polsterrücken ein weicheres Sitzgefühl vermittelt. Der Tradeoff liegt damit vor allem zwischen Belüftung und Polstergefühl.
Wertvoll war für uns der persönliche Austausch mit den Ansprechpartnern und Abteilungen. Zum Abschluss lernten wir auch den Innendienst kennen, mit dem wir sonst nur schreiben oder telefonieren, und ließen die zwei Tage bei einem gemeinsamen Mittagessen ausklingen. Für die Beratung zählt genau das: die Produkte zu kennen und zugleich die Produktion, die Philosophie und die Menschen dahinter.
Smartambiente zu Besuch bei Interstuhl - Häufig gestellte Fragen
Häufige Fragen zu Interstuhl und unserem Werksbesuch
Interstuhl fertigt am Stammsitz in Meßstetten-Tieringen auf der Schwäbischen Alb. Das Unternehmen hat eine hohe Fertigungstiefe, vom Stahlbau über die Pulverbeschichtung bis zur eigenen Polsterei entsteht vieles unter einem Dach.
OFML steht für Office Furniture Modeling Language und ist der offene Datenstandard der Büromöbelbranche. Er bündelt Maße, Preise und Konfigurationslogik in einem Format, sodass sich Räume herstellerübergreifend planen und Angebote schneller erstellen lassen.
Die Arena ist der Showroom am Interstuhl-Stammsitz. Über ein umlaufendes Glasband öffnet sich der Blick auf die Schwäbische Alb, im Inneren sind verschiedene Raumszenarien aufgebaut, in denen sich Produkte direkt ausprobieren lassen.
New Work stellt die Nutzung vor die Möblierung. Zuerst klärt sich, wie im Team gearbeitet wird, dann folgt die Zonierung in fokussierte Plätze, Teamflächen und Rückzugsräume. Werkzeuge wie das Zonierungskonzept Splaces und das Buchungstool Goconut unterstützen diesen Ansatz.
Ein Werksbesuch vertieft das Produktwissen über den Katalog hinaus. Wir sehen die Herstellung, sprechen mit den Abteilungen und verstehen die Philosophie dahinter. Genau das fließt später in eine genauere Beratung ein.
Das Unternehmen entstand 1961 aus der familieneigenen Dorfschmiede in Tieringen, den Markennamen Interstuhl trägt es seit 1967. Bis heute ist Interstuhl ein inhabergeführtes Familienunternehmen am selben Standort.
