Mart Stam
Mart Stam (1899 bis 1986) war niederländischer Architekt und Designer der Klassischen Moderne. 1926 entwarf er den ersten funktionstüchtigen Freischwinger. Von Tecnolumen führen wir seine Wandleuchte MSW 27.
Faktenblock zu Mart Stam
- Geboren: 5. August 1899 in Purmerend, Niederlande
- Gestorben: 23. Februar 1986 in Goldach, Schweiz
- Nationalität: niederländisch
- Ausbildung: frühe Mitarbeit in niederländischen Architekturbüros zu Beginn der 1920er Jahre; formale Ausbildungsangaben [bitte prüfen]
- Berufliche Stationen: Berlin (ab 1922), Schweiz (ab 1923), Frankfurt am Main (ab 1928), Amsterdam (ab 1935 und 1939), Dresden (ab 1948), Berlin-Weißensee (ab 1950), selbstständig in den Niederlanden (ab 1955), Schweiz (ab 1966)
- Wichtige Kollaborationen: Max Taut, Hans Poelzig, Karl Moser, Hans Schmidt, El Lissitzky, Ludwig Mies van der Rohe, Johannes Brinkman, Leendert van der Vlugt, Marianne Brandt
- Bekannteste Werke: Freischwinger (1926), Wandleuchte MSW 27 für Tecnolumen (Entwurf 1927), Reihenhaus-Zeile Weißenhofsiedlung Stuttgart (1927), Hellerhofsiedlung Frankfurt (1929 bis 1932), Van-Nelle-Fabrik Rotterdam (1930), Villa Palička in der Werkbundsiedlung Prag (1931 bis 1932)
- Rezeption: keine öffentlich dokumentierten klassischen Designpreise; Nachlass im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt am Main; Retrospektive Museum Marta Herford (2017/18); Ausstellung Werkbundarchiv – Museum der Dinge (2021); Mart-Stam-Stiftung an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee
- Bei Smartambiente: 3 Ausführungen der Wandleuchte MSW 27 vom Hersteller Tecnolumen verfügbar
- Weiterführende Informationen: Mart-Stam-Gesellschaft
Werdegang eines niederländischen Architekten der Klassischen Moderne
Martinus Adrianus Stam, kurz Mart Stam, kam am 5. August 1899 im niederländischen Purmerend zur Welt. Zu Beginn der 1920er Jahre arbeitete er in mehreren Architekturbüros in den Niederlanden. 1922 zog Stam nach Berlin und war dort unter anderem für Max Taut und Hans Poelzig tätig. Ein Jahr später wechselte er in die Schweiz und arbeitete im Büro von Karl Moser.
In der Schweiz begann Stams enge Zusammenarbeit mit Hans Schmidt und El Lissitzky. Gemeinsam gründeten sie die Avantgarde-Zeitschrift ABC, die zwischen 1924 und 1928 zentrale Texte zum Neuen Bauen veröffentlichte. Diese frühe publizistische Arbeit prägte die Debatten der jungen Architektengeneration und ordnet Stam bis heute klar in die Klassische Moderne ein.
Designphilosophie zwischen Neuem Bauen und industrieller Serie
Stams Arbeit steht für ein Gestaltungsverständnis, das soziale und ästhetische Fragen zusammenführt. Er entwickelte Bauten und Produkte, die sich industriell und in Serie herstellen ließen. Der Schwerpunkt lag auf Typisierung, Konstruktion und Alltagsnutzung, weniger auf dekorativer Wirkung.
Diese Haltung erklärt, warum Stam vom Möbel bis zur Stadtplanung an denselben Grundsätzen festhielt. Vom Stuhl über die Wandleuchte bis zur Siedlung folgte er der Idee, dass gutes Design für viele Menschen zugänglich sein soll. In der Praxis führte das zu klaren Formen, reduzierten Materialien und einer nüchtern-sachlichen Formensprache.
Der Freischwinger von 1926 und die Weißenhofsiedlung
1926 entwarf Stam den ersten funktionstüchtigen Freischwinger. Der Stuhl verzichtet auf Hinterbeine und wirkt dadurch erkennbar leichter als die bis dahin üblichen Polstermöbel. Öffentlich präsentiert wurde der Entwurf 1927 in der Weißenhofsiedlung in Stuttgart. Für dieselbe Ausstellung plante Stam auch eine Reihenhaus-Zeile im Stuttgarter Norden.
Ludwig Mies van der Rohe, der die Weißenhofsiedlung organisierte, griff Stams Idee auf und entwickelte eine ästhetisch weitergehende Variante des Stuhls. Auch Marcel Breuer arbeitete früh an eigenen Beiträgen zum Freischwinger, deren Konstruktion sich eng auf Stams Erfindung stützt. Die Frage nach der Autorschaft dieses Möbelstücks ist bis heute in der Designgeschichte dokumentiert.
Wer sich für die Geschichte dieses ikonischen Möbels interessiert, findet in unserem Sortiment eine Auswahl an Freischwingern im Bauhausstil, die auf Stams Grundprinzip aufbauen.
Wohnungsbau, Industriearchitektur und Lehrtätigkeit am Bauhaus
1928 zog Stam nach Frankfurt am Main und entwarf dort die Hellerhofsiedlung, einen Beitrag zur Typisierung preiswerten Wohnraums. In derselben Zeit realisierte er gemeinsam mit Werner Max Moser und Ferdinand Kramer den ursprünglichen Bau des Henry und Emma Budge-Altenheims in Frankfurt.
Parallel entstand in Rotterdam die Tabakwarenfabrik Van Nelle, die Stam 1930 zusammen mit Johannes Brinkman und Leendert van der Vlugt plante. Das Gebäude gilt als Schlüsselwerk der modernen Industriearchitektur. Im tschechischen Praha-Dejvice folgte von 1931 bis 1932 die Villa Palička in der Werkbundsiedlung Prag.
Im Wintersemester 1928/29 lehrte Stam als Gastdozent für Städtebau am Bauhaus Dessau. Diese Verbindung wirkt bis heute nach, weil mehrere seiner Entwürfe später in die Produktion von Herstellern wie Tecnolumen übergingen, das seit 1980 originale Bauhaus-Leuchten in Bremen fertigt.
Späte Stationen zwischen Amsterdam, Dresden und Berlin-Weißensee
Von 1930 bis 1934 arbeitete Stam gemeinsam mit seiner Frau Lotte Stam-Beese in der „Brigade May" an der Planung sowjetischer Städte, darunter Magnitogorsk, Makijiwka und Orsk. 1935 kehrte er in die Niederlande zurück. 1939 übernahm er die Leitung des Instituut voor Kunstnijverheidsonderwijs in Amsterdam.
1948 ging Stam in die Sowjetische Besatzungszone. In Dresden wurde er Direktor der Staatlichen Hochschule für Werkkunst und leitete die aus mehreren Institutionen zusammengeführte Hochschule für Bildende Künste bis 1950. Anschließend übernahm er das Rektorat der Hochschule für angewandte Kunst Berlin-Weißensee und gründete dort das Institut für industrielle Gestaltung. Ende 1952 verließ Stam im Zuge der Formalismusdiskussion die DDR und arbeitete ab 1955 selbstständig in den Niederlanden.
Werke von Mart Stam bei Smartambiente
Bei Smartambiente in Wendelstein bei Nürnberg führen wir aktuell 3 Ausführungen der Wandleuchte MSW 27 vom Bremer Hersteller Tecnolumen. Alle drei Varianten liegen bei 636,12 Euro und sind auf Lager verfügbar.
Die MSW 27 geht auf einen Entwurf von Mart Stam aus dem Jahr 1927 zurück. Sie besteht aus einer scheinbar hängenden Schale aus vernickeltem Messing und gibt indirektes, stimmungsvolles Licht ab. Jede Leuchte trägt das Tecnolumen-Signet und ist fortlaufend nummeriert. Zur Wahl stehen die Ausführungen Messing matt vernickelt sowie Messing poliert und vernickelt.
Die MSW 27 lässt sich mit weiteren Bauhaus-Leuchten von Tecnolumen kombinieren, etwa mit den Wagenfeld-Tischleuchten oder der Buquet-Reihe. Als Einzelstück eignet sie sich für Flure, Treppenhäuser und Arbeitsbereiche. Weitere Modelle für die Wandinstallation finden Sie in unserer Kategorie Wandleuchten.
Einen Überblick über weitere Persönlichkeiten der Klassischen Moderne und der Gegenwart gibt Ihnen unsere Übersicht aller bei Smartambiente geführten Designer.
Beratung zu Möbeln und Leuchten von Mart Stam
Fragen zur Ausführung der MSW 27, zur Ersatzteilverfügbarkeit oder zur Herkunftsbestätigung beantworten Ihnen Mehmet Sögütlü und das Smartambiente-Team persönlich. Sie erreichen uns telefonisch unter +49 911 944 33103 oder per E-Mail unter info@smartambiente.de. Als offizieller Premium Partner von Tecnolumen liefern wir Originalware mit versandkostenfreier Lieferung innerhalb Deutschlands.
Häufige Fragen zu Mart Stam
Mart Stam war ein niederländischer Architekt und Designer der Klassischen Moderne. Er wurde 1899 in Purmerend geboren und starb 1986 in Goldach in der Schweiz. Für Sie ist er vor allem als Erfinder des Freischwingers und als Gestalter der Wandleuchte MSW 27 relevant.
Stam gehörte zur Bewegung des Neuen Bauens. Er entwarf Möbel, Leuchten und Gebäude, die sich industriell und in Serie fertigen ließen. Für Sie heißt das: seine Entwürfe wirken sachlich und reduziert, und sie stellen die alltägliche Nutzung über dekorative Wirkung.
Stam entwickelte 1926 den ersten funktionstüchtigen Stuhl ohne Hinterbeine. Sein Entwurf wurde 1927 in der Weißenhofsiedlung Stuttgart gezeigt und beeinflusste Arbeiten von Ludwig Mies van der Rohe und Marcel Breuer. Bis heute ist der Freischwinger ein Grundtyp im Möbelbau, den Sie in vielen Varianten wiederfinden.
Bei Smartambiente führen wir 3 Ausführungen der Wandleuchte MSW 27 vom Bremer Hersteller Tecnolumen. Sie ist wahlweise in Messing matt vernickelt oder in Messing poliert und vernickelt erhältlich und wird als originalgetreue Neuauflage produziert.
Die MSW 27 wird von Tecnolumen aus Bremen gefertigt. Das Unternehmen ist auf originalgetreue Neuauflagen historischer Bauhaus-Leuchten spezialisiert. Für Sie ist der Herkunftsnachweis über das Tecnolumen-Signet und die laufende Nummerierung jeder Leuchte einsehbar.
Stam war einer der prägenden Vertreter des Neuen Bauens und der Klassischen Moderne. Er stand in engem Austausch mit dem Bauhaus, wo er im Wintersemester 1928/29 als Gastdozent für Städtebau lehrte, ohne selbst Bauhaus-Meister zu werden. Für Sie ist er damit im Umfeld von Bauhaus, Konstruktivismus und Funktionalismus einzuordnen.
